Der Wald

Solace by Forest, Acrylic on Canvas, 30×30cm, artist frame, 2023

Der Wald

Gleichmutig steht er da,
Zwischen Himmel und Erde
Streckt seine Zweige zum Licht
Das sich in Ast und Farnen bricht
Die Wurzeln tief in feuchter Erde.

Kriege wüten
Kurse stürzen
Generäle foltern
Viren töten.
Wasser strömt
Fluten dröhnen
Häuser brechen
Autos bersten

Und der Wald?
Er steht und schaut
Ganz unbetroffen.

Ich geh‘ in den Wald
Küsse seinen Boden 
mit Füssen
Trinke sein Grün
Atme seine Würze
Entlasse  
meine Sorgen.
Trübe Gedanken springen
Von Ast zu Ast
Von Baum zu Baum.
Dann sind sie müde
Lassen sich nieder
Im kühlen Moos.

Ich bin sie los
atme pures Leben
Das kommt und geht
Ganz ohne Drama

Der Wald kennt
keine Zeit,
kein Vor und Zurück
kein Dort oder Da
nur Zyklus
Tag und Nacht,
Sommer und Winter,
Leben und Sterben.
Er steht im Moment
atmet 
meinen Angstschweiß
und spendet Trost

Halte mich Baum!
ich lege meine Arme
um deinen Stamm
meinen Finger auf deine Wunde
dein Harz sei mein Pflaster
deine Rinde mein Kissen.
Mein Ohr an deinem Stamm
hör ich dein Herz.
Oder ist es meins?



Previous
Previous

The Hidden Guy

Next
Next

Message to my Inner Child