Roatán

2019 reiste ich nach Roatán, einer kleinen Insel in der Karibik vor der Küste von Honduras. Eigentlich bin ich kein großer Wasserfan und habe einen Riesenrespekt vor dem Meer und seinen Tücken. Und doch wollte ich das Schnorcheln ausprobieren. Zum ersten Mal.

Ein Bootsführer brachte uns aufs Meer hinaus. Kaum war ich im Wasser, bereute ich es schon: Ich war vor Angst wie gelähmt. Die Wellen türmten sich auf und brachen mit mächtigem Getöse an den Felsen ein paar hundert Meter entfernt. Die See war rau, und eine Strömung zog uns sofort mit. Ich wollte nur noch so schnell wie möglich zurück aufs Boot. “„Aber vorher“, dachte ich, „tauche ich dieses eine Mal meinen Kopf unter Wasser.“ Gesagt, getan.

Und dann wurde es plötzlich ganz still. Von der furchterregenden Naturgewalt war nichts mehr zu spüren. Ich spürte die Magie des Augenblicks: Wasserpflanzen und Algen tanzten in der sanften Strömung. Bunte Fische schwammen an mir vorbei. Ich ließ mich einfach mühelos treiben und staunte über diese Unterwasserwelt in all ihren Blau- und Grüntönen, Korallenrot, Gelb und Orange. Ich fühlte mich eins mit diesem Universum. Die Angst, die Sorge und die Unsicherheit waren verschwunden. Das Gemälde „Roatán“ erzählt die Geschichte dieser wunderbaren Momente unter Wasser – vom Loslassen und vom Vertrauen.

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